Der Kia Stonic wurde für das Jahr 2026 einem umfassenden Facelift unterzogen, aber trotz der dramatischen Überarbeitung von Außen- und Innenausstattung bleibt er ein traditioneller Leicht-SUV, der sich starker Konkurrenz gegenübersieht. Während die Updates ihn moderner aussehen lassen, sprechen die Verkaufszahlen des Stonic eine andere Sprache: Sie sind im Januar 2026 um 30,5 % gesunken, während Konkurrenten wie der Chery Tiggo 4 ein explosionsartiges Wachstum verzeichnen (plus 119,4 %). Der Kampf des Stonic verdeutlicht einen breiteren Trend: Konsumenten sind zunehmend preissensibel und die neuen Marktteilnehmer aus China unterbieten etablierte Marken aggressiv.
Was ist neu für 2026?
Das Update 2026 des Stonic konzentriert sich stark auf die Ästhetik. Das Äußere orientiert sich jetzt stärker an der zeitgenössischen Designsprache von Kia, sodass es weniger wie ein veraltetes Modell aussieht, sondern eher wie ein Fahrzeug, das man in einem modernen Ausstellungsraum findet. Auch der Innenraum wurde mit neuer Technik und digitalen Bildschirmen erheblich verbessert. Allerdings scheinen diese Änderungen nicht auszureichen, um rückläufige Umsätze umzukehren. Der Stonic bleibt nach dem Picanto das zweitgünstigste Modell von Kia und füllt die Lücke, die der eingestellte Rio-Limousine hinterlassen hat.
Im Inneren des Stonic S: Eine bunte Mischung
Der Basispreis des Stonic S beginnt bei 28.180 US-Dollar, bevor er auf die Straße kommt. Der Innenraum ist eine deutliche Verbesserung gegenüber früheren Generationen, wird jedoch durch mehrere Kompromisse gebremst. Wichtige Funktionen wie vernetzte Dienste und Satellitennavigation sind höheren Ausstattungsvarianten vorbehalten. Das Kunststofflenkrad fühlt sich billig an und den Zierleisten mit niedrigerer Ausstattung fehlen die Premium-Akzente, die in besser ausgestatteten Varianten zu finden sind.
Interessanterweise bietet das 8,0-Zoll-Infotainmentsystem des S kabellose Smartphone-Spiegelung, während der größere 12,3-Zoll-Bildschirm nur kabelgebunden ist – eine kontraintuitive Designwahl. Das Kombiinstrument ist immer noch veraltet und verfügt über einen kleinen 4,2-Zoll-LCD-Bildschirm, der von veralteten Grafiken umgeben ist.
Trotz dieser Mängel behält der Stonic S einige praktische Vorteile. Das physische Klimatisierungssystem ist im Zeitalter reiner Touch-Schnittstellen erfrischend einfach. Das Auto verfügt außerdem über mehrere USB-Anschlüsse und ausreichend Speicher, obwohl die Mittelkonsole im Basismodell mit leeren Tasten übersät ist – eine Erinnerung an die Sparmaßnahmen von Kia.
Leistung und Fahrerlebnis
Der Stonic S wird von einem 1,0-Liter-Dreizylindermotor mit Turbolader und einem 48-V-Mildhybridsystem angetrieben, der 88 kW und 172 Nm leistet. Der Motor ist zwar für Stadtfahrten ausreichend, aber nicht besonders aufregend. Das größte Problem ist jedoch das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Es fühlt sich klobig und unkultiviert an, besonders bei niedrigen Geschwindigkeiten.
Die Fahrqualität ist fest, aber akzeptabel, und der Stonic lässt sich einigermaßen gut fahren. Allerdings ist bei Autobahngeschwindigkeiten Straßenlärm spürbar. Die Tendenz des Mild-Hybrid-Systems, den Motor aggressiv abzuschalten, kann auch zu Verzögerungen beim Wiedereinschalten führen.
Sicherheit und Betriebskosten
Der Kia Stonic wurde noch keinem ANCAP- oder Euro NCAP-Crashtest unterzogen. Es ist serienmäßig mit sechs Airbags, autonomer Notbremsung, Spurhalteassistent und anderen wichtigen Sicherheitsfunktionen ausgestattet. Kia bietet eine siebenjährige Garantie ohne Kilometerbegrenzung, was ein wichtiges Verkaufsargument ist. Die Wartungskosten sind wettbewerbsfähig, obwohl Konkurrenten wie Chery noch niedrigere Wartungskosten bieten.
Das Urteil
Der Kia Stonic S 2026 ist ein ausgefeilteres Fahrzeug als sein Vorgänger, aber es fällt ihm schwer, sich in einem überfüllten und wettbewerbsintensiven Markt abzuheben. Seine rückläufigen Verkaufszahlen deuten darauf hin, dass die Verbraucher nicht allein von den Updates überzeugt sind. Die größte Schwäche des Stonic ist sein Wertversprechen: Er ist teurer als viele Konkurrenten mit ähnlicher oder besserer Ausstattung, wie der Chery Tiggo 4.
Der Stonic mag Käufer ansprechen, die der Marke Kia treu bleiben, aber für diejenigen, die Wert auf Wert legen, bietet die Konkurrenz überzeugendere Alternativen. Letztendlich braucht der Stonic mehr als nur ein Facelift, um im sich schnell verändernden Segment der leichten SUV wieder Fuß zu fassen.


















