Laut Frank Marotte, Vizepräsident für Vertrieb und Marketing der Marke, wird Dacia den Verkauf von Benzin- und Hybridfahrzeugen nicht künstlich einschränken, um das neue britische Gebot für emissionsfreie Fahrzeuge (ZEV) einzuhalten. Die Entscheidung fällt, da den Autoherstellern erhebliche finanzielle Strafen drohen – bis zu 12.000 £ pro Auto mit Verbrennungsmotor (ICE), das über der Elektrofahrzeugquote des Herstellers verkauft wird.
Das ZEV-Mandat und die Position von Dacia
Das britische ZEV-Mandat verlangt, dass in diesem Jahr 33 % der Verkäufe jedes großen Automobilherstellers vollelektrisch sein müssen. Für Dacia, das innerhalb der breiteren Renault-Gruppe stark auf ICE-Modelle setzt, stellt die Erreichung dieses Ziels eine klare Herausforderung dar. Marotte räumt ein, dass es einen „Kompromiss“ zwischen anhaltend hohen ICE-Verkäufen und einem schnell steigenden EV-Volumen geben wird.
Während kommende Elektromodelle – darunter ein neues Stadtauto auf Basis des Renault Twingo neben dem bestehenden Dacia Spring – helfen werden, bleibt der Druck bestehen, den Verkaufsmix der Marke in Richtung Elektrofahrzeuge zu verlagern. Dacia hat erklärt, dass es die Verfügbarkeit von Benzinautos nicht reduzieren wird, sondern sich stattdessen auf die Steigerung des Verkaufs von Elektrofahrzeugen konzentrieren wird, um Strafen zu vermeiden.
„Wir müssen das ZEV-Mandat einhalten, da die Strafen zu hoch sind und wir bei der Renault-Gruppe nicht die Absicht haben, Strafen zu zahlen.“ – Frank Marotte
Breiterer Marktdruck
Das ZEV-Mandat ist nicht der einzige Faktor, der die Strategie von Dacia beeinflusst. Der Aufstieg wettbewerbsfähiger chinesischer Marken und die Konsolidierung etablierter europäischer Automobilhersteller schränkt die Leistung der Marke im Vereinigten Königreich ein. Trotz des Gesamtwachstums in ganz Europa sank der Marktanteil von Dacia im Vereinigten Königreich von 1,61 % im Jahr 2023 auf 1,49 % im letzten Jahr. Dies steht im Gegensatz zum Anstieg des gesamten europäischen Marktanteils der Marke um 0,1 % auf insgesamt 697.408 Verkäufe.
Mit 289.295 verkauften Einheiten im Jahr 2024 bleibt der Supermini Sandero Dacias Verkaufsschlager und Europas beliebtestes Auto. Allerdings gingen die Verkäufe um 6,5 % zurück, was auf Rückgänge in Schlüsselmärkten wie Frankreich und Italien zurückzuführen ist.
Implikationen für die Zukunft
Das britische ZEV-Mandat gilt als Vorläufer ähnlicher Vorschriften, die sich in ganz Europa ausbreiten. Dacia ist bereit, die Entwicklung von Elektrofahrzeugen zu beschleunigen, um diesen bevorstehenden Anforderungen gerecht zu werden, insbesondere kurzfristig. Die Marke legt Wert auf Compliance, nicht nur, um finanzielle Strafen zu vermeiden, sondern auch, weil erwartet wird, dass ähnliche Systeme auch anderswo auf dem Kontinent umgesetzt werden.
Der Ansatz von Dacia verdeutlicht die Herausforderungen, denen sich Automobilhersteller beim Übergang zur Elektrifizierung unter zunehmendem regulatorischen Druck gegenübersehen. Um sich in der sich verändernden Automobillandschaft zurechtzufinden, setzt die Marke auf ein erweitertes Angebot an Elektrofahrzeugen und nicht auf künstliche Einschränkungen bestehender ICE-Modelle.


















