Ein Anstieg der Nagetieraktivität führt dazu, dass Autofahrer in Großbritannien immer höhere Reparaturrechnungen zahlen müssen, da Mäuse und Ratten Fahrzeuge zum Nisten und Füttern aggressiv angreifen. Versicherungsdaten zeigen einen starken Anstieg der Ansprüche im Zusammenhang mit Nagetierschäden, wobei sich einige Reparaturen auf Tausende Pfund belaufen. Das Problem scheint sich zu verschärfen, was sowohl auf eine wachsende Rattenpopulation als auch auf eine Verschiebung der Fahrzeugmaterialien zurückzuführen ist, die ungewollt Schädlinge anlocken.
Steigende Ansprüche und Schadenhöhe
Zwischen 2023 und 2024 verzeichnete die Aviva-Versicherung einen 28 %igen Anstieg der Meldungen über durch Nagetiere verursachte Fahrzeugschäden. Auch der durchschnittliche Schadenswert stieg um 11 % und beträgt nun durchschnittlich 2494 £ pro Schadensfall. Dies bedeutet, dass Autofahrer nicht nur häufiger mit Angriffen konfrontiert werden, sondern auch mit höheren Kosten für die Behebung der daraus resultierenden Probleme.
Der Schaden ist groß: Nagetiere fressen sich durch kritische Kabelbäume, nisten sich in Motoren ein und horten sogar Lebensmittel in Fahrzeugkomponenten. James Driscoll, Kfz-Schadenmanager bei Aviva, erklärt, dass Nagetiere winzige Eintrittspunkte ausnutzen und Fahrzeuge so zu leichten Zielen machen, insbesondere in den kälteren Monaten, wenn sie Wärme suchen.
Warum jetzt? Die Rolle moderner Materialien
Schädlingsbekämpfungsexperten führen die Verschlechterung der Situation auf die Verwendung von Biokunststoffen in der modernen Autoverkabelung zurück. Tony Smith von All Aspects Pest Control stellt fest, dass Ratten diese Materialien besonders attraktiv finden und sie dazu veranlassen, nach Fahrzeugen als Nahrungsquelle zu suchen.
Die finanziellen Auswirkungen können verheerend sein. Ein Besitzer eines Porsche Cayenne musste mit einer Reparaturrechnung von 7.000 £ rechnen, nachdem Ratten den Kabelbaum des Autos vollständig zerstört hatten. Andere Fälle umfassen einen Ford Ranger mit wiederholten Schäden an der Getriebeverkabelung, die pro Vorfall 200 £ kosten, und sogar Eichhörnchen, die Muttern in Motorlüftersystemen verstecken.
Ein weit verbreitetes Problem
Das Problem ist kein Einzelfall. Zwischen 2023 und Mitte 2025 wurden den britischen Kommunen eine halbe Million Nagetierbefall gemeldet. Die British Pest Control Association bestätigt, dass mehr als die Hälfte ihrer Mitglieder in den letzten fünf Jahren eine Zunahme von Hinweisen wegen Ratten erlebt hat. Werkstätten im ganzen Land reparieren nun regelmäßig Schädlingsschäden, wobei einige Kunden wegen des gleichen Problems mehrmals zurückkommen.
Begrenzte Lösungen
Trotz der wachsenden Krise sind die Möglichkeiten zur Schädlingsbekämpfung gesetzlich begrenzt. Experten dürfen keine dauerhaften Giftköder verwenden, um eine Schädigung von Nichtzielarten wie gefährdeten Feldmäusen zu vermeiden. Aufgrund ihrer Intelligenz und Vorsicht erweisen sich Ratten auch als bemerkenswert resistent gegenüber Fallen und Abschreckungsmitteln.
„Es ist uns gesetzlich nicht gestattet, vergiftete Köder dauerhaft auszusetzen. Wir riskieren unter anderem, die vom Aussterben bedrohten Feldmäuse zu töten. Ratten sind auf jeden Fall schlau und bei unbekannten Substanzen sehr vorsichtig.“ – Tony Smith, Alle Aspekte der Schädlingsbekämpfung
Das eskalierende Nagetierproblem im Vereinigten Königreich stellt eine kostspielige und anhaltende Bedrohung für Fahrzeugbesitzer dar, die auf eine Kombination aus Bevölkerungswachstum, Materialauswahl und regulatorischen Einschränkungen bei der wirksamen Schädlingsbekämpfung zurückzuführen ist.


















