Der Karma Revero, früher bekannt als Fisker Karma, hat die Produktion nach einer turbulenten 14-jährigen Laufzeit eingestellt. Die Geschichte handelt von mutigem Design, finanziellem Ruin, einer Naturkatastrophe und einem endgültigen, stillen Untergang in der Bedeutungslosigkeit. Obwohl er letztendlich scheiterte, markierte die kurze Existenz des Revero einen wichtigen Wandel in der Automobilwahrnehmung – er war der erste Luxus-Hybrid, in dem viele Menschen tatsächlich gesehen werden wollten.
Der Aufstieg eines designorientierten Traums
Die Ursprünge des Revero liegen bei Henrik Fisker, einem Designer, der für legendäre Autos wie den BMW Z8 und den Aston Martin DB9 verantwortlich ist. Im Jahr 2007 gründete Fisker Fisker Automotive mit der Absicht, in den Luxus-Hybridmarkt einzudringen. Der ursprüngliche Karma, der 2010 auf den Markt kam, war beeindruckend: ein langes, schlankes Profil kombiniert mit einem Hightech-Interieur aus Altholz und Kunstleder.
Über die Ästhetik hinaus glänzte das Auto mit einem Wirkungsgrad von 52 Meilen pro Gallone und war sogar mit auf dem Dach montierten Solarpaneelen ausgestattet – damals ein Novum. Für einen Moment funktionierte es. Berühmtheiten von Angelina Jolie bis Justin Bieber wurden beim Fahren des Karma fotografiert und steigerten damit seinen Status vom umweltbewussten Pendler zum Statussymbol. Es war ein Wendepunkt: Hybride waren plötzlich nicht mehr nur etwas für Prius-Fahrer.
Der Herbst: Brände, Bankrott und ein Hurrikan
Die anfängliche Aufregung wurde schnell sauer. Innerhalb eines Jahres nach der Markteinführung kam es zu Rückrufen des Karma wegen Batteriebränden, die das Vertrauen der Anleger schwächten. Fisker Automotive meldete 2012 Insolvenz an und ließ unverkaufte Lagerbestände auf einem Grundstück in New Jersey verrotten. Dann kam das Schicksal in Form von Hurrikan Sandy, der den Restbestand vernichtete.
Das hätte das Ende sein können. Stattdessen erwarben chinesische Investoren 2014 die Rechte am Karma und ließen ihn als Karma Revero unter einem neuen Banner wieder auferstehen: Karma Automotive. Das aktualisierte Modell kam 2017 auf den Markt, aber selbst mit einem überarbeiteten Antriebsstrang und später einer 580-PS-Plug-in-Hybrid-Variante (dem Revero GS-1) hatte das Auto Schwierigkeiten, mitzuhalten.
Ein langsames Verblassen in die Obsoleszenz
Der Revero verbrachte seine letzten Jahre in einem Markt, der von Tesla, BYD und anderen modernen EV-Marken dominiert wurde. Händler konnten die Einheiten nicht transportieren, die Qualitätskontrolle blieb ein Problem und das Interesse der Verbraucher verschwand einfach. Sogar Fisker selbst startete ein neues Unternehmen (das ebenfalls scheiterte), was die Bedeutungslosigkeit der Marke noch mehr unterstreicht.
Der Revero starb schließlich einen stillen Tod. Da ihm innovativere Fahrzeuge den Rang abliefen, gelang es ihm nicht, die Aufmerksamkeit einer sich schnell entwickelnden Automobillandschaft auf sich zu ziehen. Es war ein Relikt einer früheren Ära, übertroffen und vergessen.
Der Karma Revero diente als warnendes Beispiel: Selbst mutiges Design und anfänglicher Erfolg können in einer rücksichtslosen Industrie keine Langlebigkeit garantieren. Sein Vermächtnis ist kein Triumph, sondern Ehrgeiz, Fehlkalkulation und die brutale Realität der Marktkräfte.


















