Der australische Neuwagenmarkt verzeichnete im Jahr 2025 ein bescheidenes Wachstum, dennoch übertrafen einige Marken andere deutlich. Während die Gesamtverkäufe stiegen, mussten viele etablierte Automobilhersteller Rückgänge hinnehmen, was deutliche Zuwächse sowohl bei aufstrebenden als auch bei etablierten Anbietern ermöglichte. Diese Analyse schlüsselt die Marken mit den größten prozentualen Umsatzsteigerungen im letzten Jahr auf und zeigt wichtige Trends und Veränderungen in der Verbraucherpräferenz auf.
The Rising Stars: Prozentuale Wachstumsführer
Mehrere Marken verzeichneten erhebliche Zuwächse, auch wenn die bloßen prozentualen Steigerungen nicht immer das ganze Bild widerspiegeln. Extrem niedrige Startvolumina können die Gewinne künstlich in die Höhe treiben, daher liegt der Fokus hier auf Marken mit bedeutender Umsatzdynamik.
Leapmotor lag technisch gesehen mit einem Anstieg von 906,2 % an der Spitze, aber die Auslieferungen im Spätjahr machen diese Zahl irreführend. Größere Zuwächse waren bei Marken mit etablierter Präsenz zu verzeichnen.
- Chery (+176,8 %): Der Relaunch von Chery in Australien, angeführt von Omoda 5, war ein Erfolg. Der Gesamtabsatz erreichte 34.889 Einheiten, womit die Marke insgesamt auf Platz 13 landete. Trotz interner Konkurrenz durch die Schwestermarke Omoda Jaecoo verzeichneten Cherys Kernmodelle wie der Tiggo 4 ein enormes Wachstum (plus 950,5 %).
- BYD (+156,2 %): BYD, eine weitere schnell wachsende chinesische Marke, verkaufte im Jahr 2025 52.415 Einheiten. Der Plug-in-Hybrid-SUV Shark 6 und der Elektro-SUV Sealion 7 waren die Haupttreiber, obwohl einige bestehende Modelle wie der Atto 3 und Seal aufgrund der zunehmenden Konkurrenz Rückgänge verzeichneten.
- Polestar (+38,5 %): Das Wachstum von Polestar wurde durch seine SUVs vorangetrieben, wobei der Polestar 3 und der Polestar 4 deutliche Zuwächse verzeichneten (367,6 % bzw. 607,7 %). Dadurch werden Rückgänge beim Polestar 2 ausgeglichen.
- Mini (+37,7 %): Mit den neuen Cooper- und Countryman-Generationen revitalisiert, verzeichnete Mini einen breit angelegten Zuwachs in seiner Produktpalette, einschließlich des Aceman.
- GWM (+23,4 %): GWM erreichte 52.809 Einheiten und belegte damit den siebten Gesamtrang. Der Haval Jolion bleibt ein Bestseller, auch wenn die Verkaufszahlen des Ora Electric Hatch und des Tank 500 zurückgingen.
- Cupra (+21,0 %): Cupras Expansion geht weiter, wobei der SUV Formentor mehr als die Hälfte seines Umsatzes ausmacht. Rückgänge bei einigen Modellen wurden durch Zuwächse bei den SUVs Tavascan und Terramar ausgeglichen.
- Genesis (+14,4 %): Nach einem Rückgang im Jahr 2024 erholte sich Genesis mit steigenden Verkäufen, vor allem getrieben durch den SUV GV70. Bei vielen anderen Modellen kam es jedoch zu zweistelligen Rückgängen.
- Mercedes-Benz (+11,1 %): Mercedes-Benz verzeichnete Wachstum sowohl in der Pkw- als auch in der Van-Sparte, wobei sich die SUVs besonders gut entwickelten.
- Honda (+9,2 %): Hondas Erholung geht weiter, wobei der kleine SUV HR-V die Nase vorn hat.
- Hyundai (+7,7 %): Das Wachstum von Hyundai wurde von Modellen wie dem Kona und Santa Fe vorangetrieben und konnte Rückgänge bei anderen Modellen wie dem i30 und Palisade ausgleichen.
Warum das wichtig ist: Die sich verändernde Automobillandschaft
Diese Zahlen verdeutlichen mehrere wichtige Trends. Erstens gewinnen chinesische Marken auf dem australischen Markt erheblich an Zugkraft, nicht nur durch aggressive Preise, sondern auch durch Modellerweiterung und Markenbekanntheit. Zweitens steigen die Verkäufe von Elektrofahrzeugen, aber der Wettbewerb verschärft sich, was zu Rückgängen bei einigen frühen Marktteilnehmern wie dem Atto 3 von BYD und dem Model 3 von Tesla führt. Drittens haben etablierte Luxusmarken Schwierigkeiten, ihre Dynamik aufrechtzuerhalten, wobei Genesis und Mercedes-Benz auf bestimmte Modelle angewiesen sind, um das Wachstum voranzutreiben.
Der australische Automobilmarkt wird zunehmend wettbewerbsintensiver, und diese Trends deuten auf einen anhaltenden Wandel hin zu Erschwinglichkeit, Elektrifizierung und Markendiversifizierung hin.
Mit Blick auf die Zukunft ist eine weitere Expansion chinesischer Marken nahezu sicher. Die Frage ist, ob sich etablierte Akteure schnell genug anpassen können, um ihren Marktanteil in dieser sich entwickelnden Landschaft zu behaupten.
