Ein chinesisches Luxus-Elektrofahrzeug-Startup (EV), das von ehemaligen Volkswagen-Führungskräften gegründet wurde, ist plötzlich zusammengebrochen und hat Hunderte von Mitarbeitern ohne Lohn oder Sozialversicherungsbeiträge zurückgelassen. Das Unternehmen BeyonCa, das einst über starken Rückhalt und ehrgeizige Umsatzziele verfügte, stellte im März 2024 stillschweigend den Betrieb ein. Dieser Misserfolg wirft Fragen über die Realisierbarkeit neuer EV-Projekte auf, selbst solcher, die von Branchenveteranen geleitet und durch erhebliche Investitionen unterstützt werden.
Aufstieg und Fall von BeyonCa
BeyonCa wurde 2021 von Soh Weiming, einem ehemaligen Vizepräsidenten des Volkswagen-Konzerns, und Christian Klinger, einem ehemaligen Vorstandsmitglied der VW AG, gegründet. Das Unternehmen zog Talente von Volkswagen an, darunter Hans-Joachim Rothenpieler (F&E) und Lucas Colombo (Design). Das Unternehmen prognostizierte zunächst den Verkauf von 100.000 Fahrzeugen innerhalb von drei bis fünf Jahren, unterzeichnete Partnerschaftsvereinbarungen mit saudi-arabischen Investoren und der Stadtregierung von Zhuji und kündigte sogar Pläne für eine Produktionsanlage in Hongkong an.
Trotz dieser offensichtlichen Fortschritte kam die Produktion nie zustande. BeyonCa wollte den GT Opus 1 auf den Markt bringen, ein High-End-Elektro-Coupé zum Preis von etwa 140.000 US-Dollar, aber das Projekt scheiterte. Versuche, im Jahr 2025 Kontakt mit der PR-Abteilung des Unternehmens aufzunehmen, blieben erfolglos, was den möglichen Zusammenbruch ankündigte.
Unbezahlte Löhne und stille Schließung
Am 27. März 2024 berichtete das chinesische Medienunternehmen Mydrivers, dass BeyonCa-Mitarbeiter einen gemeinsamen Brief herausgegeben hätten, in dem sie die vollständige Schließung des Unternehmens detailliert darlegten. Trotz der Sicherung von Investitionen von Renault und Dongfeng kam das Unternehmen seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nach und steckte die Mitarbeiter in eine Krise. Das Management ist nicht mehr erreichbar und es gibt keine Kommunikation über unbezahlte Löhne, Sozialversicherungsbeiträge oder Beiträge zur Wohnungsbaukasse.
Die Mitarbeiter fordern eine vollständige Entschädigung, einschließlich Nachzahlungen, Sozialversicherungsbeiträgen und Abfindungen. Sie sind bereit, rechtliche Schritte einzuleiten, wenn ihren Forderungen nicht nachgekommen wird.
Die unbeantwortete Frage
Das plötzliche Scheitern von BeyonCa ist angesichts der umfangreichen Erfahrung seines Führungsteams bei Volkswagen und seiner Unterstützung durch Großinvestoren, darunter die saudi-arabische Al Faisaliah Group Holding Company, besonders rätselhaft. Das Unternehmen erreichte nie die Massenproduktion, doch der Zusammenbruch hat dazu geführt, dass die Mitarbeiter weder eine Erklärung noch finanzielle Mittel hatten.
Der Fall verdeutlicht die Risiken, die dem sich schnell entwickelnden Markt für Elektrofahrzeuge innewohnen, wo selbst gut finanzierte Startups unerwartet scheitern können, und unterstreicht die Bedeutung von Transparenz und Rechenschaftspflicht bei internationalen Geschäftsvorhaben.
Dieser Vorfall unterstreicht die Herausforderungen, vor denen neue Elektrofahrzeugunternehmen in China stehen, selbst solche mit guten Referenzen, und wirft kritische Fragen zur Investitionsaufsicht und zum Arbeitsschutz in der Branche auf.
