Der Telluride-SUV von Kia erntete Kritikerlob für seine Kombination aus Platzangebot, Eleganz und Preis-Leistungs-Verhältnis. Das neu gestaltete Modell 2027, das kürzlich getestet wurde, baut auf dieser Grundlage auf – allerdings mit einigen bemerkenswerten Änderungen. Das Ziel war klar: eine Fortsetzung liefern, die dem Ruf des Originals gerecht wird und die Fallstricke enttäuschender Nachfolger vermeidet. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass Kia erfolgreich war, allerdings nicht ohne Kompromisse.
Was ist neu? Größer, stärker, aber anders
Das Telluride der zweiten Generation ist größer geworden. Der Radstand ist 2,7 Zoll länger und die Gesamtlänge verlängert sich um 2,3 Zoll. Dies führt zu mehr nutzbarem Raum für Passagiere und Fracht. Während die dritte Reihe im Vergleich zum Vorgängermodell eine Handgepäckbox weniger bietet, passt in die zweite Reihe eine mehr, und bei verstauten Rücksitzen erhöht sich die Gesamtladekapazität um drei Boxen.
Die Kabine bietet durchgehend geringfügig mehr Kopf- und Beinfreiheit. Sechs-Fuß-Personen finden in der mittleren Reihe ausreichend Platz, unabhängig davon, ob sie mit Kapitänsstühlen oder einer Dreierbank ausgestattet sind. Die Rücksitze sind jetzt bei Hybridverkleidungen beheizbar, eine willkommene Ergänzung für die Passagiere.
Stilistisch orientiert sich der neue Telluride an Kias Elektro-SUV EV9: gemeißelte Linien, markantere LED-Lauflichter und verfügbare 21-Zoll-Räder. Innen ist das Design minimalistischer. Während die Materialien hochwertig bleiben, bemerken einige Rezensenten einen Verlust des Luxusgefühls des Vorgängermodells.
Motor und Leistung: Ein Kompromiss für Effizienz
Die größte mechanische Änderung ist der optionale 329-PS-Hybridantriebsstrang. Der Standardmotor ist jedoch ein 2,5-Liter-Vierzylinder mit Turbolader, der 274 PS und 311 lb-ft Drehmoment leistet. Dies ist ein Rückgang um 17 PS im Vergleich zum bisherigen 3,8-Liter-V6, aber eine Steigerung des Drehmoments um 49 lb-ft.
Tests ergaben, dass das neue Modell mit 60 Meilen pro Stunde (7,4 Sekunden) etwas langsamer ist als der Vorgänger Telluride (6,7 Sekunden), obwohl es schwerer ist. Der neue Motor priorisiert das Drehmoment im unteren Drehzahlbereich für alltägliche Fahrten, erreicht jedoch nicht die volle Beschleunigung des alten V6.
Der kombinierte Kraftstoffverbrauch beträgt 20 mpg, was dem Nicht-Hybrid-Palisade entspricht. Hybridmodelle erreichen 35 mpg. Der Kabinenlärm wurde leicht auf 66 Dezibel bei 70 Meilen pro Stunde reduziert.
Fahrverhalten und Handling: Raffiniert, aber nicht sportlich
Beim Telluride steht Komfort weiterhin über Sportlichkeit. Die Federung gleicht Straßenunebenheiten effektiv aus, auch bei größeren Rädern. Dank der Verlagerung des Servolenkungsmotors ist die Lenkung für einen Familien-SUV präzise. Die Bremsleistung bleibt solide, mit einem Bremsweg von 170 auf 0 Meilen pro Stunde von 170 Fuß.
Preise und Urteil
Der Grundpreis ist um fast 3.000 US-Dollar gestiegen und beginnt bei 40.735 US-Dollar für ein LX-Modell mit Frontantrieb. Das getestete Spitzenmodell X-Line SX Prestige AWD kostet 56.435 US-Dollar. Der Hybridantrieb kostet zusätzlich 2.700 US-Dollar, ist aber nicht für alle Ausstattungsvarianten verfügbar.
Das Urteil: Der Kia Telluride 2027 ist eine solide Weiterentwicklung einer bereits starken Plattform. Es behält die Schlüsselqualitäten bei, die das Original erfolgreich machten – Geräumigkeit, Komfort und Wert – und führt gleichzeitig subtile Verbesserungen ein. Der Motor-Kompromiss mag einige enttäuschen, aber das Gesamtpaket bleibt überzeugend.
Der Telluride unterscheidet sich von seinem Konzernbruder, dem Hyundai Palisade, durch eine robustere Ästhetik und einen leistungsstärkeren Basismotor. Beide Fahrzeuge sind eine ausgezeichnete Wahl, aber die Identität des Telluride ist jetzt klarer definiert.


















