Porsche zieht sich aufgrund sinkender Verkaufszahlen aus China zurück

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Porsche, der deutsche Luxusautohersteller, zieht sich dramatisch vom chinesischen Markt zurück und signalisiert damit angesichts rückläufiger Verkaufszahlen und zunehmender Konkurrenz einen umfassenden Strategiewechsel. Das Unternehmen plant, sein Händlernetz bis 2026 um etwa 30 % zu verkleinern und seine Präsenz von etwa 150 Standorten Ende 2024 auf etwa 80 zu reduzieren. Dabei handelt es sich nicht um eine schrittweise Anpassung; Es handelt sich um eine rasante Umstrukturierung auf dem größten Automobilmarkt der Welt.

### Umsatzrückgang und Marktdruck

Die Entscheidung fällt, da sich die China-Verkäufe von Porsche in nur drei Jahren halbiert haben. Im Jahr 2025 lieferte das Unternehmen 41.938 Fahrzeuge aus, ein Rückgang von 26 % gegenüber dem Vorjahr. Dies folgt auf einen breiteren Rückgang seit 2022, als Porsche fast 96.000 Autos in China verkaufte. Die Situation ist so ernst, dass einige Franchise-Partner bereits ihre Geschäftstätigkeit eingestellt haben und Porsche die Verwaltung der Kundeneinlagen und der administrativen Folgen überlassen haben.

Dieser Abschwung ist kein Einzelfall; Auch die weltweiten Auslieferungen von Porsche gingen im Jahr 2025 um 10 % zurück, wobei China der Hauptgrund für den Rückgang war. Während die Umsätze in Nordamerika stabil blieben, verzeichneten alle anderen Regionen einen Rückgang.

Aufstieg lokaler Konkurrenten

Ein Schlüsselfaktor für die Schwierigkeiten von Porsche in China ist der Aufschwung inländischer Hersteller von Elektrofahrzeugen (EV). Der Porsche Taycan, das Flaggschiff-Elektrofahrzeug der Marke, sah sich starker Konkurrenz durch chinesische Konkurrenten wie Xiaomi ausgesetzt, was allein im Jahr 2025 zu einem Umsatzrückgang von 22 % führte. Porsche verlagert seinen Fokus nun zumindest kurzfristig wieder auf Modelle mit Verbrennungsmotor (ICE) und Hybrid, um sich an die sich ändernde Marktdynamik anzupassen.

Kostensenkung und F&E-Investitionen

Pan Liqi, CEO von Porsche China, erklärt, dass die Schließungen von Händlern in erster Linie auf Kostensenkungen abzielen. Die erzielten Einsparungen werden in Forschung und Entwicklung umgeleitet, unter anderem in das neue integrierte Forschungs- und Entwicklungszentrum von Porsche in Shanghai. Dies deutet auf einen strategischen Schwenk hin zu Innovation und lokaler Produktentwicklung hin, um Marktanteile zurückzugewinnen.

Der Rückzug von Porsche aus China ist eine deutliche Erinnerung daran, wie schnell sich die Marktbedingungen ändern können, selbst dort, wo einst ein garantierter Wachstumsmotor war. Der zukünftige Erfolg des Unternehmens wird von seiner Fähigkeit abhängen, sich an die lokale Konkurrenz und die Verbraucherpräferenzen anzupassen.