Ferraris elektrischer Sprung: Das Luce-Interieur und die Technik enthüllt

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Ferrari betritt mit dem Luce, seinem ersten vollelektrischen Modell, den Schritt in die elektrische Zukunft und die italienische Marke setzt ein Zeichen. Das kommende Fahrzeug, das im Mai vorgestellt werden soll, ist nicht nur eine Änderung des Antriebsstrangs – es ist eine komplette Überarbeitung der Innenraumphilosophie von Ferrari, die Tradition mit modernster Technologie verbindet.

Ein retro-futuristisches Interieur

Ferraris erstes Elektrofahrzeug verzichtet auf die oft kritisierte Komplexität aktueller Innenräume und setzt auf eine schlankere, nostalgischere Ästhetik. Das Lenkrad des Luce ist von den legendären Nardi-Rädern der 1950er und 60er Jahre inspiriert und verfügt über freiliegendes Aluminium und vereinfachte Tastensteuerung – ein bewusster Schritt, um wieder an die Wurzeln der Marke anzuknüpfen.

Das Armaturenbrett verfügt über eine einzigartige Konsole, die direkt an der Lenksäule befestigt ist und OLED-Bildschirme in einem mehrschichtigen 3D-Effekt anzeigt, der sich an die Position des Fahrers anpasst. Das auf einem Kugelgelenk montierte Zentraldisplay dreht sich zwischen Fahrer und Beifahrer und wird durch eine mechanische „Multigraph“-Uhr ergänzt, die in die Touchscreen-Oberfläche integriert ist und für ein taktiles, alt-neues Gefühl sorgt.

Apples Einfluss hinter den Kulissen

Ferrari arbeitete mit LoveFrom zusammen, einer Designfirma, die von den ehemaligen Apple-Design-Guru Sir Jony Ive und Marc Newson mitbegründet wurde, um das Innenraumerlebnis neu zu gestalten. Der Einfluss geht über das physische Design hinaus, auch die digitale Schnittstelle orientiert sich am benutzerfreundlichen Ansatz von Apple. Sogar die Taste und der Laufwerkswähler sind futuristisch, aus Glaskristallmaterial gefertigt und verfügen über ein E-Ink-Display, das sich je nach Nutzung ändert.

Leistung und Technik unter der Haube

Der Luce wird von vier unabhängigen Elektromotoren angetrieben, die im Launch-Modus über 1.000 PS und ein atemberaubendes Drehmoment von 11.500 Nm liefern. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h dauert nur 2,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 310 km/h. Die Formel-1-Technologie von Ferrari fließt in das kompakte E-Motor-Design ein und nutzt Wasserkühlung und Wärmeleitharz zur Wärmeregulierung.

Eine Trennvorrichtung kann die vorderen Motoren aus Effizienzgründen entkoppeln und in 500 Millisekunden ein- oder auskuppeln. Torque Vectoring steigert die Agilität zusätzlich, während drei Fahrmodi (Range, Tour, Performance) die Leistungsentfaltung und Traktionskontrolle anpassen. Einzigartige Schaltwippen simulieren Gangwechsel und sorgen so für ein fesselndes Fahrerlebnis.

Klang und Nachhaltigkeit

Ferrari hat für den Luce einen einzigartigen Sound entwickelt, indem er die Vibrationen der hinteren E-Achse verstärkt, ähnlich einem Tonabnehmer einer E-Gitarre. Das Chassis besteht aus recyceltem Aluminium und reduziert den CO2-Ausstoß um 6,7 Tonnen pro Fahrzeug. Eine 122-kWh-Batterie sorgt für eine Reichweite von über 530 Kilometern und eine Ladegeschwindigkeit von bis zu 350 kW.

Eine neue Ferrari-Form

Der Luce wird kein traditioneller Supersportwagen sein. Untersuchungen von Ferrari legen nahe, dass elektrische Antriebsstränge am besten für vielseitigere Modelle wie den Purosangue-SUV geeignet sind und ein viertüriges, viersitziges Design bieten, das Leistung und Praktikabilität in Einklang bringt. Prototypen deuten auf ausgestellte Kotflügel und einen aggressiven Frontstoßfänger hin, um den Luftstrom zu optimieren.

Zusammenfassend stellt der Ferrari Luce einen mutigen Aufbruch für die italienische Marke dar, indem er ihr Rennsport-Erbe mit einem zukunftsweisenden Elektroantrieb und einem radikal neu gestalteten Innenraum verbindet. Durch die Kombination von Nostalgie und Innovation möchte Ferrari das EV-Erlebnis neu definieren und gleichzeitig seinen Kernwerten Leistung, Luxus und Exklusivität treu bleiben.