Singer: Wie eine Porsche-Besessenheit ohne Bauplan ein millionenschweres Imperium aufbaute

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Der Gründer von Singer Vehicle Design, Rob Dickinson, hat verraten, dass der Erfolg seines Unternehmens nicht das Ergebnis akribischer Planung war, sondern vielmehr roher Ehrgeiz und eine unerschütterliche Vision für den perfekten Porsche 911. In einem Interview mit Autocar beschrieb Dickinson die frühen Tage als „chaotisch“ und gab zu, dass die anfängliche Finanzierung von seinem Schwiegervater kam, nachdem er ihn von der Idee überzeugt hatte.

Von den Straßen Hollywoods zur globalen Nachfrage

Dickinsons Reise begann, nachdem er seine Musikkarriere in Großbritannien aufgegeben und nach Los Angeles gezogen war. Sein erstes Projekt war der Bau seines eigenen „Café Racer“ 911 aus dem Jahr 1969, einer reduzierten, leichten Maschine, die schnell die Aufmerksamkeit von Branchenkennern und Autoliebhabern auf sich zog. Die Leute boten unermüdlich an, es zu kaufen, doch Dickinsons Absicht war nie eine Massenproduktion.

Der Name „Singer Vehicle Design“ sollte wörtlich gemeint sein: eine Designfirma, kein Automobilhersteller. Sein ursprünglicher Plan bestand darin, den ultimativen 911-Entwurf zu erstellen und den eigentlichen Bau auszulagern. Die kompromisslosen Maßstäbe, die zur Verwirklichung seiner Vision erforderlich waren, machten dies jedoch schnell unmöglich. Keine bestehende Werkstatt konnte die von Dickinson geforderten Details, Zusammenstellungen und Ausführungen erreichen.

Ein unkonventioneller Herstellungsansatz

Um seinen Ansprüchen gerecht zu werden, hat Dickinson den gesamten Herstellungsprozess ins eigene Haus verlegt. Dies war mit einer steilen Lernkurve und enormen Arbeitskosten verbunden. Die frühen Singer-Bauarbeiten erforderten allein für die Karosserie 1600 Stunden, eine Zahl, die herkömmliche Automobilbuchhalter schockieren würde.

„Wir mussten einen großen Teil des Geschäfts übernehmen, den wir uns nicht vorgestellt hatten, nämlich Autos mit diesem lächerlich hohen Standard zu bauen“, gibt Dickinson zu. Das Ethos des Unternehmens basiert auf dem unermüdlichen Streben nach Perfektion und zieht Top-Talente aus der Formel 1, Aston Martin und McLaren an.

Die Macht der Besessenheit

Singer beschäftigt mittlerweile rund 800 Mitarbeiter und kann auf eine mehrjährige Warteliste zurückblicken. Trotz der Größe bleibt das Fundament dasselbe: die Besessenheit, die Essenz dessen herauszuarbeiten, was den 911 so besonders macht. Dieser Ansatz, der eher aus Notwendigkeit als aus Strategie entstand, verwandelte ein Hinterhofprojekt in ein globales Kraftwerk.

Singers Geschichte beweist, dass die erfolgreichsten Imperien manchmal nicht auf sorgfältiger Planung aufgebaut sind, sondern auf einer zielstrebigen Vision und der Bereitschaft, die Regeln zu brechen.