Jahrzehntelang war Toyotas exklusivstes Fahrzeug nicht Lexus, sondern der Century, eine Oberklasse-Limousine, die der japanischen Elite vorbehalten war. Jetzt verwandelt Toyota Century von einem einzelnen Modell in eine eigenständige Ultra-Luxusmarke und fordert damit die weltweit führenden Automobilhersteller direkt heraus. Dies ist nicht nur eine Produkteinführung; Es handelt sich um einen kalkulierten Schritt, um Japans Vormachtstellung im Automobilbereich nach Jahrzehnten der wirtschaftlichen Stagnation wieder zu behaupten.
Das Vermächtnis des Jahrhunderts: Von der Wiedergeburt nach dem Krieg zum globalen Ehrgeiz
Die Geschichte von Century beginnt nach dem Zweiten Weltkrieg, als Japan ein Symbol für den industriellen Aufschwung brauchte. Kenya Nakamura, der erste Chefingenieur von Toyota, stellte sich ein Fahrzeug vor, das den Beschränkungen der Zeit trotzte. Das erste Jahrhundert (1967) vereinte modernste Technologie mit traditioneller japanischer Handwerkskunst – Edo-Metallgravur, Nishijin-ori-Brokat – und schuf so ein einzigartiges Statussymbol.
Dieser maßgeschneiderte Ansatz blieb bestehen, aber Japans wirtschaftliche „verlorene 30 Jahre“ trübten seinen Glanz. Akio Toyoda, Vorstandsvorsitzender von Toyota, sieht in der Expansion von Century einen notwendigen Anstoß, um Japans Industriestolz zurückzugewinnen. Ziel ist es nicht nur, Autos zu bauen, sondern „die nächsten hundert Jahre Japans“ zu verkörpern, wie Toyoda es ausdrückt. Das Fundament ist nicht „Null“; Es basiert auf jahrzehntelanger Automobilkompetenz und kultureller Resonanz.
Die erste Produktpalette: Limousinen, SUVs und Schiebetür-Coupés
Die unmittelbare Strategie von Toyota besteht darin, eine Reihe von Ultra-Luxusfahrzeugen anzubieten, beginnend mit bekannten Modellen und der Einführung radikal neuer Konzepte. Die Century-Limousine, bereits die bevorzugte Wahl japanischer Führungskräfte, wird weiterhin mit ihrem 5,0-Liter-V8-Hybridantriebsstrang ausgestattet sein. Noch bemerkenswerter ist, dass der Century SUV – bisher exklusiv in China erhältlich – nun weltweit erhältlich sein wird, angetrieben von einem 406 PS starken V-6-Plug-in-Hybrid mit einer elektrischen Reichweite von 43 Meilen.
Der wahre Hingucker ist das Century Coupe Concept: ein hochsitzendes viertüriges Coupé mit Schiebetüren hinten und einer säulenlosen Kabine. Dieses Design legt Wert auf Luxus und Platz und konkurriert beim Fahrgastkomfort sogar mit dem Century SUV. Toyota präsentierte außerdem GRMN-Varianten sowohl der Limousine als auch des SUV, die exklusiven Hochleistungsmodellen vorbehalten waren.
Lexus: Eine Verschiebung des Fokus
Der Aufstieg von Century bedeutet nicht, dass Lexus irrelevant ist. Toyota plant, Lexus von der Last zu befreien, die einzige Luxusmarke zu sein, und ihm die Möglichkeit zu geben, mutigere, experimentellere Designs zu verfolgen. Der sechsrädrige Luxus-Van LS Concept, das LS Coupe Concept mit Selbstmordtüren und das LS Micro Concept (ein winziges Einpersonen-Luxusfahrzeug) demonstrieren diese neue Richtung. Lexus wird sich nun auf radikale Ideen konzentrieren, während Century den Gipfel des maßgeschneiderten Luxus verkörpert.
Das große Ganze: Japans Automobil-Renaissance
Der Schritt von Toyota mit Century ist eine direkte Reaktion auf die wachsende Dominanz chinesischer Autohersteller auf dem Elektrofahrzeugmarkt. Durch die Weiterentwicklung von Century zu einer globalen Marke möchte Toyota Japans Position als führendes Automobilunternehmen stärken. Dabei geht es nicht nur um den Verkauf von Autos; Es geht darum, Nationalstolz und Technologieführerschaft auf die Weltbühne zu projizieren.
Der Erfolg von Century wird von seiner Fähigkeit abhängen, wirklich einzigartige Erlebnisse zu bieten – eine Mischung aus japanischer Handwerkskunst, modernster Technologie und kompromisslosem Luxus. Wenn Toyota diese Vision umsetzt, könnte Century zur nächsten Ikone im Ultra-Luxus-Segment werden.
