Sie kauften die Aktie. Sie haben es teuer verkauft. Dann googelten sie ihre eigene Verteidigung.
Zwei ehemalige Ingenieure des Volkswagen-Konzerns, Michael Stamp und Marcus Plank, befinden sich jetzt in Bundesgewahrsam. Das US-Justizministerium nimmt hier kein Blatt vor den Mund. Ihnen werden Verschwörung und Wertpapierbetrug vorgeworfen. Der Kern des Vorwurfs? Sie handelten mit dem geheimen Wissen, dass VW mit Rivian zusammenarbeitete. Sie zogen um, bevor irgendjemand auf dem Markt eine Ahnung davon hatte.
Wie der Deal zustande kam
In der Zeitleiste wird der Fall hässlich.
Volkswagen und Rivian gaben ihr Joint Venture am 26. Juni 2014 offiziell bekannt. Moment, nein. 26. Juni 2024. Die Reaktion des Marktes erfolgte unmittelbar. Die Aktie von Rivian stieg nicht nur; es stieg um 23 Prozent.
Stamp und Plank waren jedoch bereits positioniert. Bloomberg berichtet, dass beide Männer Aktien und Optionen von Rivian gekauft haben. Sie taten dies, nachdem sie angeblich erfahren hatten, dass VW diese strategische Allianz geplant hatte. Entscheidend ist, dass dies geschah, bevor die Nachricht veröffentlicht wurde. Sie sahen das Schachmatt, bevor das Brett überhaupt umgedreht wurde.
Die Zahlen lügen nicht
Die Staatsanwälte konzentrieren sich auf die Gewinne. Viele davon.
Als die Nachricht bekannt wurde, zahlte Stamp Geld aus. Er verkaufte im Zuge des Anstiegs und erzielte einen Nettogewinn von etwa 250.000 US-Dollar. Der Anteil von Plank war kleiner, aber immer noch beträchtlich – etwa 50.000 $. Zusammen verdienten sie mehr als 300.000 US-Dollar.
Dabei blieb es nicht. Die Reichweite von Insidertipps kann lang und verwirrend sein. Plank soll diese nicht öffentlichen Informationen an ein nahes Familienmitglied weitergegeben haben. Dieser Verwandte handelte mit Rivian-Aktien. Dieser spezielle Handel brachte weitere 12.000 US-Dollar ein.
Es waren nicht nur ein paar schnelle Trades. Es handelte sich um eine koordinierte Gewinnung von Werten aus Informationen, die der Öffentlichkeit gehörten, aber noch nicht ihr gehörten.
„Verjährungsfrist“-Suchen
Wenn Sie gegen das Gesetz verstoßen, hinterlassen Sie doch keinen digitalen Fußabdruck, oder?
Aber genau das haben sie getan.
Nach Angaben des Justizministeriums war das Verhalten vor der Ankündigung aufschlussreich. Nur acht Tage bevor der Deal der Öffentlichkeit bekannt gegeben wurde, führte Michael Stamp eine Google-Suche nach: „Verjährungsfrist für Insiderhandel“ durch.
Lassen Sie das auf sich wirken. Acht Tage.
Und nachdem die Nachricht bekannt wurde? Ein Mitglied von Planks Familie suchte auf Deutsch und schlug nach: „Wie wird Insiderhandel strafrechtlich verfolgt?“*
Sie können versuchen, sich zu verstecken, aber Ihre Neugier ist laut.
Warum es für EV-Investoren wichtig ist
„Wenn Menschen vertrauliche Informationen zu ihrem eigenen finanziellen Vorteil missbrauchen, untergraben sie die Grundsätze, die ein faires und effizientes Funktionieren unserer Märkte ermöglichen.“
— Jay Clayton, US-Anwalt
Jay Clayton hielt sich nicht zurück. Die Botschaft der Staatsanwälte ist klar. Dabei handelt es sich nicht nur um eine Wirtschaftsstrafe, die nur darauf wartet, verhängt zu werden. Es geht um die Integrität des Marktes. Wenn Insider die Vertraulichkeit des Arbeitgebers zum persönlichen Vorteil ausnutzen, betrügen sie jeden anderen Aktionär. Laut Clayton wollen die New Yorker, dass dies mit Nachdruck verfolgt wird.
Es steht viel auf dem Spiel
Erwischt zu werden ist kein Schlag aufs Handgelenk.
Sowohl Stamp als auch Plank werden in New York wegen Wertpapierbetrugs angeklagt. Im Falle einer Verurteilung ist die Strafe keine Bewährung. Ihnen drohen jeweils bis zu 25 Jahre Gefängnis.
Fünfundzwanzig Jahre. Für den Handel mit einer Aktie auf der Grundlage einer durchgesickerten Unternehmensstrategie.
Die Ingenieure werden angeklagt. Das Geld wurde aufgespürt. Die Google-Suchanfragen sind aktenkundig. Jetzt kommt der Prozess.
Ob sie behaupten, sie hätten einfach nur Glück gehabt oder sagen, es sei ein Fehler gewesen, die digitale Papierspur lässt etwas anderes vermuten. Der Markt hasst Unsicherheit, aber er hasst Betrug noch mehr. In Manhattan drehen sich die Räder. Wir werden sehen, ob die Gerechtigkeit schneller voranschreitet als die Lieferkette für Elektrofahrzeuge.
Oder vielleicht auch nicht. Die Zeit wird es zeigen.


















