BMW bereitet die Einführung einer bedeutenden Weiterentwicklung seines Flaggschiff-Performance-Modells vor. Der kommende BMW M5 der siebten Generation markiert einen entscheidenden Moment für die M-Sparte und führt erstmals die Plug-in-Hybrid-Technologie (PHEV) ein. Dieser Wandel stellt einen umfassenderen Trend in der Automobilindustrie dar: die Verbindung von Hochleistungs-Verbrennungsmotoren mit der Elektrifizierung, um strengere Emissionsstandards zu erfüllen, ohne auf rohe Leistung zu verzichten.
Ein kraftvoller Antriebsstrang
Der neue M5 wird kein reiner Benziner mehr sein, sondern ein Hybrid-Setup verwenden, das vom SUV BMW XM abgeleitet ist. Das Herzstück dieses Systems ist ein 4,4-Liter-V8-Motor „S68“ mit zwei Turboladern, gepaart mit einem direkt in das Achtganggetriebe integrierten Elektromotor.
Zu den wichtigsten Leistungsspezifikationen werden voraussichtlich gehören:
– Gesamtleistung: Ungefähr 708 PS bei der Ersteinführung (ein deutlicher Sprung gegenüber den 591 PS des aktuellen Competition-Modells).
– Hybrid-Integration: Der Elektromotor ergänzt den V8 und sorgt für sofortiges Drehmoment und enorme Beschleunigung.
– Elektrische Reichweite: Trotz des Fokus auf Leistung wird erwartet, dass die 18,6-kWh-Batterie eine rein elektrische Reichweite von über 43 Meilen bietet, was sie für kurze, emissionsfreie Pendlerstrecken geeignet macht.
Die Gewichtsherausforderung: Kraft vs. Masse
Obwohl die Leistungssteigerung beeindruckend ist, geht sie mit einem technischen Kompromiss einher. Durch die Hinzufügung einer schweren Batterie und elektrischer Komponenten wird das Gewicht des Fahrzeugs voraussichtlich auf etwa 2.435 kg steigen – fast eine halbe Tonne mehr als bei früheren Generationen.
Um dieser zusätzlichen Masse entgegenzuwirken und die von einem M-Auto erwartete Fahrdynamik aufrechtzuerhalten, konzentriert sich BMW auf:
– Aggressive Aerodynamik: Eine breitere Spur, ein größerer Heckdiffusor und ein klobigerer Dachspoiler für mehr Abtrieb.
– Verbesserte Haltung: Das Auto sitzt tiefer als der Standard-5er und verfügt über breitere Reifen (285 mm vorne und 295 mm hinten), um Leistung und Gewicht zu verwalten.
– Bremsen und Handling: Große gelochte Scheiben und maßgeschneiderte Leichtmetallfelgen sind unerlässlich, um die kinetische Energie eines so schweren Hochgeschwindigkeitsfahrzeugs zu bewältigen.
Die Rückkehr des M5 Touring
Um Enthusiasten zu begeistern, wird die neue Generation ein M5 Touring (Kombi)-Modell umfassen. Dies ist das erste Mal seit der E60-Generation mit V10-Antrieb, dass BMW einen vollleistungsfähigen Kombi in der M5-Reihe anbietet.
Der M5 Touring soll die Lücke zwischen einer rennstreckenorientierten Maschine und einem praktischen Familienfahrzeug schließen. Es wird erwartet, dass er Konkurrenten wie den Audi RS6 und den Mercedes-AMG E53 in puncto Rohleistung übertrifft und sich damit als einer der leistungsstärksten Kombis derzeit auf dem Markt positioniert.
Das Ende einer Ära der Verbrennung?
Die Einführung des Hybrid-M5 ist eine strategische Brücke in der langfristigen Roadmap von BMW. Die M-Abteilung verzichtet zwar nicht sofort auf Verbrennungsmotoren, die Richtung ist jedoch klar:
1. Hybridisierung: Nutzung der Elektrifizierung, um leistungsstarke Benzinmotoren mit modernen Vorschriften in Einklang zu bringen.
2. Rein elektrische Zukunft: BMW plant bereits für 2026 eine rein elektrische M-Sportlimousine auf Basis der nächsten Generation der 3er-Reihe.
3. Neue Klasse: Der eventuelle Übergang zu einer vollelektrischen Produktpalette über die neue „Neue Klasse“-Plattform von BMW.
Der neue M5 stellt das „letzte Hurra“ des traditionellen V8-Motors mit großem Hubraum dar, neu konzipiert durch die Linse der Elektrifizierung, um in einer sich verändernden Regulierungslandschaft zu bestehen.
Schlussfolgerung
Der kommende BMW M5 ist ein komplexer Balanceakt zwischen extremer Leistung und der praktischen Notwendigkeit der Hybridisierung. Während das zusätzliche Gewicht eine Herausforderung für das Handling darstellt, sorgt die enorme Leistungssteigerung dafür, dass das Flaggschiff von BMW weiterhin eine dominierende Kraft im Hochleistungssegment bleibt.
