Es ist einfache Physik. Aber knifflige Technik.
Toyota hat gerade zwei Autos gezeigt. Ein von der Rallye inspirierter Corolla und ein Le-Mans-Prototyp. Beide werden mit Wasserstoff betrieben. Kein Gas. Flüssig.
Bei -253°C. Kalt genug, um Stahl wie Zweige zu brechen.
Sie stellten den GR Corolla H2 und den TR LH2 bei Großveranstaltungen vor. Fuji 24 Stunden im Juni. Dann Le Mans. Das Ziel? Wasserstoffverbrennung tatsächlich nutzbar machen. Realistisch gesehen. Nicht nur ein Wissenschaftsprojekt.
Toyota jagt diesen Geist seit 1996 mit diesem seltsamen FCEV-1-Prototyp. Sie gehen immer noch.
Der Durchbruch ist unter dem Tank.
Früher war es sperrig. Oben auf dem Tank standen alte Pumpen. Elektromotoren, schwer, nehmen kostbaren Platz ein. Das Fassungsvermögen bleibt für 2025 bei 220 Litern. Das war’s. Nicht viel Reichweite für einen Rennwagen.
Jetzt? Supraleitung verändert alles.
Bei diesen Minusgraden fließt der Strom ohne Widerstand. Der Pumpenmotor geht in den Tank. Eingetaucht. Kalt. Still.
Der Raum öffnet sich. Plötzlich sind es 300 Liter. Mehr Treibstoff. Schwerere Komponente fiel tief in das Gehäuse. Der Schwerpunkt sinkt.
Auto fährt sich besser. Offensichtlich.
Der GR Corolla trägt diese neue Pumpe. Es treibt den Wasserstoff in den Dreizylindermotor des GR Yaris. Es wurden 468 Runden gefahren. Es ist fertig. Kein Drama.
Es gibt noch einen weiteren Trick. Direktes Automatikgetriebe.
Toyota nennt es DAT. Acht Geschwindigkeiten. Drehmomentwandler. Entwickelt auf Rallye-Etappen, wo es schnell schief geht.
Ist es schneller als eine Doppelkupplung? Toyota sagt ja. Schneller als manuell? Auch ja. Es verwendet Überbrückungskupplungen, um den Schlupf zu verhindern. Es errät, was Sie tun möchten, bevor Sie es tun. Auf die Strecke kalibriert. Es antizipiert.
Dieses Auto ist nicht so gestartet.
Es begann als ORC Rookie GR Concept. Gasförmiger Wasserstoff. 2021. Träg. Verschwenderisch. Im Jahr 2023 wechselten sie dann zu Liquid. Bessere Dichte. Mehr Energie pro Liter.
Sie verbrennen auch das „Boil-off“-Gas. Der Dampf, der bei Erwärmung der Flüssigkeit entweicht. Normalerweise Verschwendung. Hier? Kraftstoff.
Kein Abfall. Irgendwie.
Der große Bruder, der TR LH2, basiert auf dem WEC-siegreichen GR010-Hybrid. Letztes Jahr stand es in Goodwood still. Dieses Jahr? Am 11. Juni, kurz vor dem 24-Stunden-Rennen, wurde eine Demo-Runde in La Sarche gefahren. Das eigentliche Rennen gewann die benzinelektrische Version. Gleiche Knochen. Anderes Herz.
Flüssiger Wasserstoff ist schwer. Logistisch gesehen ein Albtraum. Die Infrastruktur ist nicht vorhanden.
Aber die Pumpe funktioniert. Die Physik hält. Toyota glaubt, dass es die Verbrennung wieder rentabel machen kann. Sauber.
Die Technologie ist vorhanden. Die Tanks passen. Die Autos fahren.
Ob die Welt Flüssigwasserstofftanks will, ist eine andere Geschichte. Der Bau wird teuer sein. Schwierig zu lagern.
Vielleicht sehen wir es. Vielleicht werden wir es nicht tun.
Toyota wartet darauf, es zu sehen.


















