Rufs Flat-Eight-Monster: Der B8-Prototyp

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Sie nennen es den Erprober. Tester, auf Englisch. Es klingt wie eine Warnung. Ein Prototyp, der auf dem heiligen Rasen von Goodwood steht und darauf wartet, dass Sie ihn falsch ansehen.

Das ist ein Ruf. Die traditionsreichen Porsche-Tuner verstecken dieses Ding nicht mehr in einer Garage. Sie haben es herausgebracht. Wilder neuer Supersportwagen. Twin-Turbo Flat-Eight. Mehr als 1.000 PS, wenn man den Behauptungen Glauben schenkt, obwohl die Zahl konkret auf 986 PS geschätzt wird. Warum vor runden Zahlen scheuen? Geheimnisvoll vielleicht.

Der Motor sitzt hinten. Horizontal entgegengesetzt. Wie jeder 911, den Sie jemals besessen haben. Aber größer. Vier Liter und später achthundert Liter Fassungsvermögen. 4,8 Liter Hubraum. Das sind zwei Zylinder mehr als beim Standard-Setup. Noch mehr Chaos.

Drehmomentwerte? 737 lb-ft. Es reißt einem den Boden von den Füßen. Oder würde man es tun, wenn man dafür Bremsen hätte.

Ruf bezeichnet den B8 als Prüfstand. Nicht produktionsbereit. Nur noch. „Es dient als dediziertes Testbett“, sagten sie. „Lange bevor die Welt sie sieht.“ So arbeiten deutsche Ingenieure. Sie bauen das Ding in ihren Köpfen. Dann in der Bucht. Dann erzählt man einem in Goodwood davon. Ein neues Kapitel. Oder einfach nur ein sehr lauter Absatz.

Das Chassis sieht aus wie das CTR3. Denn es ist der CTR3. Nur länger. Um 100 Millimeter. Sie dehnten die Wanne so aus, dass sie in den Block passte. Hier gibt es kein Versteck. Der Körper ist der reine Hinweis. Es trägt Blütengelb. Nickt dem Yellowbird zu. Die Klickrate. Der Nürburgring-Killer aus der Vergangenheit. Es ist eine Hommage an seine eigene Abstammung. Intelligentes Branding. Oder vielleicht einfach nur Eitelkeit.

Übertragungsdetails sind spärlich. Ein Sechsgang-Schaltgetriebe überträgt die Kraft an die Hinterachse. Wird das letzte Auto es behalten? Wer weiß. Andernorts sterben Handbücher. Aber hier? In Ruf? Sie wetten, dass Ihr unterster Dollar will, dass Sie wechseln. Oder auch nicht. Schweigen ist auch eine Strategie.

Porsche hat das schon einmal versucht. Das wissen Sie. Sie haben das 904-Konzept entwickelt. Gedacht als Nachfolger des 918 Spyder. Ein 5,0-Liter-Boxermotor. Es kam nie. Es saß da. Schön. Nutzlos. Nun griff Ruf zum Skizzenbuch. Und schrieb weiter.

Warum acht? Sechs ist in Ordnung. Acht ist Besessenheit.
Es macht ein Geräusch, das Sie wahrscheinlich noch nie vom Heck eines straßenzugelassenen Autos gehört haben. Ein leises Heulen. Unverwechselbar. Uneinsichtig.

Dies ist nicht das fertige Produkt. Die Ziellinie ist meilenweit entfernt. Aber der Motor läuft. Es ist hier. Es ist laut. Und es bleibt abzuwarten, ob sich die Welt für einen horizontalen Motor interessiert, der sich weigert, in einer Sechser-Box zu bleiben.

Sie sagten, es sei ein Test.
Es sieht aus wie eine Kriegserklärung an die Konvention.

Was passiert als nächstes?

Niemand sagte.