Die meisten Autokäufer gehen davon aus, dass Benzin-Hybride das einzige Mittel sind, wenn es darum geht, aus jedem Tropfen Kraftstoff Kilometerleistung herauszuholen. Das ist ein Fehler. Ein Dieselmotor verbrennt Kraftstoff bereits effizienter als sein Benzinmotor. Fügen Sie einen Elektromotor hinzu, und Sie verbessern nicht nur die Effizienz – Sie schreiben die Regeln neu.
Nehmen Sie das Golf TDI Hybrid -Konzept, das Volkswagen auf dem Genfer Autosalon vorgestellt hat. Die Zahlen sind atemberaubend. Im europäischen Testzyklus zum Kraftstoffverbrauch erreicht dieses Fahrzeug 69 mpg (29,3 km/l). Vergleichen Sie das mit dem Toyota Prius, dem Maßstab für umweltfreundliches Fahren, der unter den gleichen Bedingungen 54 mpg (23 km/l) schafft. Der Abstand ist nicht marginal. Es ist riesig.
Aber Effizienz ist hier nicht die einzige Geschichte. Sauberkeit ist auch wichtig.
In der Vergangenheit hatten Dieselmotoren einen schlechten Ruf. Sie waren drehmomentstark und sparsam, wurden aber nicht gerade für ihren ökologischen Fußabdruck gelobt. Der Golf TDI Hybrid ändert diese Erzählung. Es emittiert nur 90 g/km CO2. Das übertrifft den Prius mit 104 g/km und den Honda Civic Hybrid mit 116 g/km. Mit 119 g/km übertrifft er sogar den Golf BlueMotion, einen rein emissionsarmen Dieselmotor, der zur Reinigung der Abgase auf eine AdBlue-Harnstoffeinspritzung setzt.
Der Drehmomentvorteil bei Schwerlastfahrzeugen
Bei größeren Fahrzeugen kommt es vor allem auf das Drehmoment an. Sowohl Dieselverbrennungsmotoren als auch Elektromotoren zeichnen sich durch die Erzeugung von Drehkräften aus. Kombinieren Sie sie und Sie erhalten einen Antriebsstrang, der mit überraschender Leichtigkeit schweres Stahl hin und her bewegen kann.
BMW hat dies mit dem X5 Vision Diesel Hybrid -Konzept demonstriert. Dieses Biest mit zwei Turboladern, das ebenfalls in Genf debütiert, verfügt über einen 2,0-Liter-Vierzylinder-Dieselmotor gepaart mit einem Elektromotor. Das Ergebnis? Eine kombinierte Leistung von 220 PS und 295 lb-ft Drehmoment.
Dieser Drehmomentwert übersteigt tatsächlich das, was der 3,0-Liter-Reihensechszylinder des Basisbenziners X5 leistet.
„Es ist zwar nicht riesig, reicht aber aus, um den X5 einigermaßen zu motivieren. Mit diesem Konzept zeigen wir, was möglich ist.“
— Dave Buchko, BMW
Abgesehen von Buchkos Bescheidenheit ist die technische Implikation klar. Sie benötigen keinen riesigen Hubraum, um einen 2.268 kg schweren SUV zu bewegen. Sie benötigen lediglich die richtige Kombination von Stromquellen.
Reale Spezifikationen und Mild-Hybrid-Technologie
Das X5 Vision-Konzept sieht nicht anders aus als das Serienmodell, das Sie auf der Autobahn sehen. Aber unter dem Blech ist die Technik deutlich zu erkennen. BMW schätzt, dass das Konzept 36 mpg (15,3 km/l) liefern wird. Um das ins rechte Licht zu rücken: Der serienmäßige Reihensechszylinder X5 hat Mühe, im Stadtverkehr 15 mpg (6,4 km/l) zu erreichen.
Auch die Beschleunigungswerte sind für die Größe respektabel. Es wird eine Beschleunigung von 8,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h angegeben. Das ist zwar nicht die Schnelligkeit eines Sportwagens, aber für ein Fahrzeug dieser Masse auf jeden Fall schnell, vor allem angesichts der Kraftstoffeinsparungen.
Wie funktioniert es also? Es handelt sich um ein mildes Hybridsystem. Anders als der Prius, der rein elektrisch fahren kann, läuft dieses Setup nie rein elektrisch. Der Elektromotor unterstützt beim Beschleunigen und erhöht das Drehmoment, wenn Sie es am meisten benötigen. Das System lädt sich auch durch regeneratives Bremsen auf und fängt Energie ein, die andernfalls als Wärme verloren gehen würde.
Es gibt auch eine zusätzliche Ebene der Effizienz. Das Dach ist mit Sonnenkollektoren ausgestattet. Diese laden die Hauptantriebsbatterie nicht auf, helfen aber dabei, die Kabine schneller aufzuwärmen, das Audiosystem mit Strom zu versorgen, mobile Geräte aufzuladen und die Zusatzbatterie mit Erhaltungsladung zu versorgen. Es ist zwar nur eine Kleinigkeit, aber es geht darum, die parasitäre Belastung zu reduzieren.
Dave Buchko von BMW bestätigte, dass der Autohersteller plant, im folgenden Jahr ein Hybridmodell zum Verkauf anzubieten. Die Technologie verlagert sich von Konzeptwerkstätten in die Ausstellungsräume der Händler.
Dies ist jedoch nicht das Ende der Geschichte. Während Personenkraftwagen immer anspruchsvoller werden, muss sich der öffentliche Nahverkehr bereits mit dieser Dynamik auseinandersetzen. Die Vor- und Nachteile von Diesel-Hybridbussen sind eine ganz andere Sache – wenn Sie jedoch in einer Großstadt leben, haben Sie wahrscheinlich schon einmal in einem gesessen, ohne es zu merken.


















